Inéz singt Lieder die uns mitnehmen. Sie zu hören weckt oft gleichzeitig Sehnsucht und Ironie, Sanftheit und Übermut. Überraschend, virtuos und ergreifend springt sie zwischen Charakteren und Launen. Unterstützt wird Inéz von zwei musikalischen Unruhegeistern, deren Instrumentarium sich weitgehend aus Fundstücken, Schrott und Haushaltsartikeln zusammen setzt, seltener sind Loops, Electronics oder Saxophon zu vernehmen. Eine gemeinsame Vorliebe des Trios gilt der Ära des Grammophons. Schellack Klassiker werden demontiert, neu eingekleidet und nostalgiefrei umgedeutet.Sie benutzen stilistische Anleihen der letzten knapp hundert Jahren als Klangfarben, verwandeln Tango in Ambient und Schnulzen in Punk.

Inéz  Vocals, Moog
Demian Kappenstein  
Drums, Toys, Loops
Jan Heinke  
Stahlcello, Schrott

Inéz Schaefer ist 25 Jahre alt. Seit Anfang 2015 ist Inéz staatlich beglaubigte Jazz-Rock-Pop-Sängerin. Sie studiert, neben anderem, Jazz-Gesang bei Céline Rudolph und Improvisation bei Till Brönner. Bis dahin arbeitet sie sich durch so ziemlich jede Musikrichtung. Mit fünf beginnt sie mit dem Klavierspielen. Mit ihrem Vater, der in einer Bluegrass-Band spielt, hört sie Blues und Krautrock, aber auch afrikanische, irische, arabische, lateinamerikanische und indische Musik. Mit elf Jahren mag sie Punk und Ska, gefolgt von Hip-Hop, R’n’B, Reggae, Dancehall und Drum’n’Bass. Dann entdeckt sie ihre Liebe für Minimal Music à laSteve Reich oder Philip Glass. Parallel singt sie im Schulchor, der Schul-Bigband und bald in der Landesschülerbigband. Sie gründet selber Bands, probiert sich aus, schreibt erste eigene Songs. Ihre letzte Klavierlehrerin ist eine 91-jährige Schülerin von einem Schüler von Franz Liszt. Mit ihr raucht Inéz sehr viel. Doch in vielen Gesprächen und überlangen Klavierstunden bringt sie ihr auch die Klassik näher.

Ihre neue Platte nimmt Inéz mit Moses Schneider auf, dem Produzenten von Bands wie Tocotronic oder den Beatsteaks. Wieder so ein Bruch, der gar keiner ist. Denn was zählt, ist die Qualität der Musik. Dieses Mal setzt sie auf Reduktion. Nur ihre Stimme, ab und zu spielt sie Klavier, dazu ein Schlagzeug und Elektronik. Perfekt trainiert ist ihre Stimme, klar. Aber sie hat auch dieses Ungezähmte, das einen guten Song lebendig macht. Manchmal sind es konkrete Songtexte, die sie damit singt und manchmal eher Gesangslinien, die an Musik ferner Herkunft erinnern. Ihr Schlagzeuger Demian Kappenstein ist zudem eher Soundbastler als jemand, der die Trommelstöcke nur als Rhythmusgeber schwingt. Er lässt schon mal eine Spielpuppe übers Becken tanzen oder das Geräusch von Skateboard-Rollen einfließen. Inéz und Demian Kappenstein treten unter dem Namen Ä T N A auf. Die EP von Ä T N A erscheint im September 2016!

Demian Kappenstein studierte von 2004 bis 2009 an der Hochschule für Musik in Dresden Jazzschlagzeug, freie Improvisation und zeitgenössische Musik bei Prof. Günter Baby Sommer und Michael Griener. Von 2009-2011 war er Meisterschüler beim Komponisten und Schlagzeuger Eric Schäfer aus Berlin. Er ist Träger des Landesstipendiums des Freistaates Sachsen. Kappenstein arbeitete mit Musikern wie Rolf Kühn, Markus Stockhausen, Kurt Rosenwinkel, Arve Henriksen, Louis Sclavis und Robyn Schulkowsky. In der Jazzreihe ‹Feature Ring› im Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU bringt er seit 2007 beeindruckende nationale und internationale Künstler nach Dresden, welche er mit seinem Trio begleitet. 2012 gewann er mit der Band Masaa den Bremer Jazzpreis und 2015 den RUTH Weltmusikpreis.

In seinen Konzerten für Soloschlagzeug arbeitet er an der Verbindung von Klang und dessen visueller Wahrnehmung. Im Dezember 2015 präsentierte Kappenstein das mit Marc Bangert entwickelte “unsichtbare Schlagzeug-invisible drums” im Deutschen Bundestag.

2013 komponierte und produzierte er mit Lutz Streun die Musik zu dem Theaterstück Moby Dick am Theater Halle, welches 2014 den ersten Preis beim Festival Wildwechsel in Nordhausen gewann (Regie: Kalma Streun).Im Mai 2014 erscheint die neue CD des israelischen Klarinettisten Giora Feidmann auf der Demian Kappenstein mitwirkt. Im November 2014 erscheint die neue CD des Ensembles MAHAPHON CLANG, die 2015 auf Tournee in Deutschland und Pakistan vorgestellt wird.

Die Reihe FEATURE RING wird 2015 im EUROPÄISCHEN ZENTRUM DER KÜNSTE HELLERAU verlängert.

Jan Heinke baut Klangskulpturen und Musikinstrumente aus Stahl, gründete das Stahlquartett, studierte Saxophon, untersucht seit über 25 Jahren die musikalischen Möglichkeiten der menschlichen Stimme, vor allem des westlichen Obertongesangs und erfreut sich einer Sammlung verschiedenster  Blasinstrumente aus aller Welt. Meist reist Heinke mit einem von ihm selbst entwickelten, Stahlcello genannten Streichinstrument. Er arbeitet europaweit für Projekte mit Jazz, klassischer, Welt-, alter, zeitgenössischer, elektronischer Musik in Produktionen für Konzert, Theater, Tanz, Oper, Ambient, Zirkus, Film, Funk und Festivals, oft zusammen mit Chören, Bands, Orgeln, Bahnhöfen, Streichquartett, Stadtklängen, Computern, Schrottplätzen, Vögeln, Turbinen, Orchestern, Ozeandampfern, Musikmaschinen …

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Das eintrittsfreie Festival Palais Sommer wird neben Sponsoring vor allem auch durch die Spenden der Besucher möglich. Empfehlung: 5-10 € / Spendenbox am Kulturcounter Eingang Elbradweg.

Tipp: Besucher, die für die An- bzw. Heimreise ein 8×8-Taxi nutzen, spenden 4 Euro pro gebuchte Fahrt an den Palais Sommer.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

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