KULTUR IN SACHSEN IST IMMER – ONLINE WIE OFFLINE. Auch wenn die Bühnenlichter, Leinwände und Proberäume in letzter Zeit häufig dunkel blieben, wurde hinter geschlossenen Türen gedacht, gefilmt, kreiert und komponiert. Kreativität schläft nicht. Viele Künstler haben ihre ganz persönlichen Wege gefunden, Ideen und Konzepte umzusetzen. Nicht selten sind kleine Meisterwerke in ungewöhnlichen Situationen und an besonderen Orten entstanden. Das zeigt auch die Staatskapelle Dresden, die sich im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster in Zittau zum digitalen Konzert eingefunden hat. In Kooperation mit der Dachmarke des Freistaates Sachsen „So geht sächsisch.“ ist im Rahmen des Projekts #KulturDigital ein vielfältiges Repertoire an künstlerischen Arbeiten entstanden. Hier findet ihr eine kleine Auswahl:

Heimattournee – Sächsische Staatskapelle Dresden

Die Sächsische Staatskapelle Dresden hat sich in kleinen Ensembles unterschiedlicher Zusammensetzungen auf eine Tournee durch ihre Heimat begeben. An zwei UNESCO-Welterbestätten, in einem besonderen Museum im Zentrum der sächsischen Industriekultur, in Zittau und einer romantischen Burgruine in dessen Umland und in der Sächsischen Schweiz entsteht eine magische Verbindung der Orte mit den meisterhaften Klängen weltbekannter Komponisten. Von jungen Filmemachern umgesetzt, steht diese Reihe unter dem Motto: Klassische Musik trifft junge Filmschaffende.

In „Bilder einer Ausstellung“ verbindet sich der beeindruckende gotische Kirchenbau des ehemaligen Franziskaner-Klosters Zittau, der heute das Kulturhistorische Museum beherbergt mit den Klängen Mussorgskis, die von den Fagottisten Thomas Eberhardt, Joachim Hans, Erik Reike, Andreas Böritz und Hannes Schirlitz gespielt werden. Die ausgestellten Gemälde vom Oybin und von Zittau werden durch Musik und Bilder in Philipp Herforts Film lebendig.

Invitation to Dance – Wagner Moreira und Helena Fernandino

Die eigenen vier Wände sind in den letzten Wochen stärker denn je ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Sie sind Arbeitsraum, Klassenzimmer, Rückzugsort geworden. Im Kurzfilm „Invitation To Dance“, der aus einem einzigen Schnitt besteht, lassen die Choreografen Helena Fernandino und Wagner Moreira das Wohnhaus zum Entstehungsort eines künstlerischen Schaffensprozesses werden, der sich aufgrund der momentanen Situation nicht vor großem Publikum aufführen lässt. Das Wohnhaus, das den beiden als Bühne gilt, ist dabei kein geringeres als das Haus Schminke in Löbau, eines der wichtigsten Exemplare der klassischen Moderne. Moreira, der ab der Spielzeit 2020/21 zudem die Leitung der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen übernimmt und Fernandino machen sich das Haus Schminke zu eigen und beleben es auf wunderbare Weise.

Filmisch realisiert wurde „Invitation to Dance“ von Steffen Krones (Lax Films) und musikalisch begleitet von Simone Ferrini. 

Cancelled – Nina Hoffmann

„Einen Käsekuchen essen.“ „Endlich mal wieder die Distanz zu anderen selbst bestimmen.“ In „Cancelled“ beschäftigt sich die Dresdner Filmemacherin Nina Hoffmann mit den Sehnsüchten der Menschen in der Zeit des coronabedingten Shutdowns. Aus WhatsApp-Sprachnachrichten hat sie, liebevoll animiert, ein beeindruckendes Zeitdokument geschaffen.

‘Do We Remember’ | Silent Bodies Company – Arthur Troitsky 

Die Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau ist einer der Schauplätze der 4. Landesausstellung Boom.Sachsen. Die „Silent Bodies“-Company rund um den Dresdner Balletttänzer und Filmemacher Arthur Troitsky nutzte das industrielle Ambiente für ihren neuen Film “Do We Remember”. Darin wandeln sie tänzerisch auf den Pfaden der sächsischen Textiltradition, inmitten historischer, aber immer noch intakter mechanischer Webstühle. Textiltradition trifft modernen Tanz – eine aufregende Mischung.

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