Die Abende werden kühler. Morgens um acht sind keine reihenweisen Yogis mehr zu sehen, keine sanften Klavierklänge schweben abends am Elbufer mit Canaletto-Blick vorbei. Der Sommer nimmt Abschied und mit ihm auch der Palais Sommer. Dieser Abschied fällt einerseits angesichts des breit gefächerten Programms aber auch wegen dem Wegfall des täglichen Angebots schwer. So mancher hatte sich an die regelmäßigen Stelldicheins im Park gewöhnt. Doch die Macher haben viele gute Nachrichten – speziell für das kommende Jahr.

Doch zuerst zu Gewesenem: Freudig verkündet der künstlerische Leiter Aleko Adamia die Gewinner des diesjährigen Canaletto-Preises: Den ersten Preis, eine professionelle Farbausrüstung, erhielt der erst 22-jährige Shota Tetradze von der Kunsthochschule Tbilisi. Gefolgt von Zurab Zurabashvili (24), ebenfalls von der Kunsthochschule Tbilisi auf dem zweiten Platz und Hanna Griebentrog, Studentin der Dresdner HfBK (26) auf dem dritten Platz. Ihre Werke waren sämtlich im Freiluftatelier des Palais Sommers entstanden, gemeinsam mit 200 anderen Bildern, die allesamt auch zum Verkauf standen.

Dass der Palais Sommer in diesem Jahr einen neuerlichen Besucherrekord verzeichnete, war kaum zu übersehen. Die konkreten Zahlen lieferte Jörg Polenz, einer der Köpfe des Palais Sommers nun: insgesamt hatten sich fast 50.000 Besucher verteilt über 24 Augusttage auf dem Palais Sommer – Gelände eingefunden. Allein zu Charlie Cunningham bevölkerten 3.000 Fans die Palais Wiese, zu Sarah Ferri vergangenen Donnerstag waren 2.500 Menschen gekommen. Förmlich überrollt worden war das Team von den 4.000 Zuhörern bei der Premiere der Palais.Gespräche mit Richard David Precht und Christian Felber, die über das ökonomische Thema “bedinglungsloses Grundeinkommen” diskutiert hatten . Allein über 8.000 Menschen nahmen an den täglichen Yoga-Sessions teil. Doch auch kleinere Formate, wie die Palais.Poesie, lockten 500 Freunde der Dichtung an. Daher werden werden weitere, zusätzliche Literaturformate kommen. Lesenächte etwa mit der Vorstellung großer Romanautoren ebenso, wie das schon bekanntere Poetry Slam.

Die Macher sind sich nach diesem fulminanten Sommer also ihres “Auftrages” durchaus bewusst. Das gilt sowohl in zeitlicher als auch in programmatischer Hinsicht. Die Palais.Gespräche sollen im kommenen Jahr vier Mal stattfinden. Die erfolgreichen Konzerte im Park und die Klaviernächte plus werden natürlich beibehalten. Zusammenhalt fördernde Initiativen , wie das Familien-Yoga, dürfen nicht fehlen. An weiteren programmatischen Eckpunkten und logistischen Angeboten wird gefeilt. Gespräche mit teilweise neuen und zusätzlichen Partnern laufen bereits, um das Palais Sommer- Konzept zu erweitern.

Was bleibt, sind auch die vier Säulen der Finanzierung des eintrittsfreien Kunst- und Kulturfestivals. Das bürgerschaftliche Engagement wird dabei weiterhin entscheidend bleiben. Hier sieht Jörg Polenz ebenfalls eine positive Entwicklung, für die er sich explizit bei allen Besuchern und Spendern bedanken möchte. Aber auch für das große Maß an Achtsamkeit des sich stets neu formierenden Publikums untereinander. Die Atmosphäre war die gesamte Zeit über entspannt, friedlich und inspirierend. Ohne Ausreißer. Obwohl jeder seine Getränke, Sitz- und Liegeutensilien hatte mitbringen können, war es ohne Taschenkontrolle nie zu auch nur auffälligem Verhalten bei Besuchern gekommen. Selbiges gelte für das geordnete und saubere Verlassen der Palais Wiese. Dies zusammengenommen sei schon ein großer Anlass zu Dank und Freude, wiederholte das gesamte Team einmütig.

Damit bleibt es während der Palais Sommer – freien Zeit spannend. Auch für Freunde und Förderer und solche, die es werden möchten. Unter www.palaissommer.de finden sich Informationen, wie man mithelfen kann, sein eigenes Festival mit zu bauen und zu gestalten. Gesucht werden außerdem Unternehmen, die Veranstaltungsreihen oder einzelne Programmpunkte unterstützen möchten. Das Team des Palais Sommers steht dafür jederzeit auch als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung.

Man darf somit gespannt bleiben, was Herbst, Winter und Frühling für den Palais Sommer bringen werden. Wie und wann es im kommenden Jahr weiter geht, am Elbufer, mit Canaletto-Blick, auf der Wiese hinter dem Japanischen Palais.

Der Palais Sommer 2017 begann am 4. August und dauerte bis zum 28. August und war wie in jedem Jahr eintrittsfrei. Die Besucher wurden gebeten, die drei offiziellen Eingänge am Japanischen Palais oder am Elberadweg zu benutzen und die dort aufgestellten Unterstützer-Boxen zu fülllen. Damit konnte jeder den Fortgang des Festivals mit einem individuellen, finanziellen Obulus unterstützen, getreu dem Motto: Du gibst, was Du kannst.

F.d.R.d.A.

Sarah von Sachsen
Pressearbeit im Auftrag des Palais Sommer Dresden