Der 9. November 1989 ist ein unvergessliches Datum für die Bürgerrechtsbewegung der ehemaligen DDR. Viele Hoffnungen und Erwartungen sind mit ihm verknüpft gewesen. Nun, dreißig Jahre später, blicken viele, auch medial vermittelt, zurück, um sich zu erinnern und auch, um Vergleiche zu ziehen, vielleicht auch, um Entwicklungen zu bewerten. Nicht zufällig also bietet der Palais Sommer als Veranstalter seiner neuen Reihe: „Kultur für den Palais Sommer“ den Vortrag von Prof. Reiner Mausfeld genau am 9. Oktober 2019 ab 19:30 Uhr in der Kreuzkirche an. Es könnte sich also um einen Reflexionsanschluss an die Versammlung der Gruppe der 20 am selben Tag am selben Ort nur zu einer anderen Jahreszahl handeln. Damals wollten die Mitglieder der Gruppe die Ergebnisse ihrer Gespräche mit den Staatsvertretern mitteilen und kamen darum in dem protestantischen Sakralbau zusammen.

Nun, 30 Jahre später, kommt der emeritierte Psychologie-Professor, der zuletzt an der Universität Kiel lehrte und forschte, um die Thesen seines zuletzt erschienenen Buches „Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und Lebensgrundlagen zerstören“ vorzutragen und mit dem anwesenden Publikum schließlich zu diskutieren. Mag es da zuvörderst um den Mangel an Diskurs, der wiederum auf einem Mangel an wahrzunehmendem weil nicht vermitteltem Dissens in der Gesellschaft fußt, gehen, könnte es sich am Mittwoch hintergründig doch genau um die aufgedröselte Bezeichnung einer Entwicklung handeln, die vielerorts beklagt wird.

Prof. Mausfeld fasst es in einem Zitat wie folgt: „Wohl nie zuvor hat es ein ideologisches System so geschickt verstanden, Dissens ohne Geheimdienste und Panzer so radikal auszutrocknen und zu neutralisieren wie die westlichen kapitalistischen Elitedemokratien mit ihren in mehr als einem Jahrhundert systematisch entwickelten „soft-power“ Methoden.“ (Prof. Rainer Mausfeld).

Schleichende Entmündigung und fehlende Repräsentation könnten daher ebenfalls Schlagworte sein, die seinen Thesen unterliegen.

Gespannt sein darf man folglich auf die Diskussion im Anschluss, zu der Fragen aus dem Publikum gesammelt werden. Die Palais Sommer-Veranstalter freuen sich auf einen anregenden und bestenfalls einsichtsreichen Abend in der Kreuzkirche.

Prof. Mausfeld steht für Interviews rund um die Veranstaltung gerne zur Verfügung. Melden Sie sich dazu, wie zu weiteren Informationen gerne unter becher@zzdd.de.

Wie bei den Veranstaltungen des Palais Sommers ist auch hier der Eintritt kostenfrei. Spenden werden gerne entgegen genommen.

Für die Veranstaltung gibt der Palais Sommer eine Spendenempfehlung von 10 Euro.

F.d.R.d.A.
Sarah von Sachsen
Pressearbeit im Auftrag des Palais Sommer Dresden
Zastrow + Zastrow GmbH, Tel. 0351/899 11-0; vonsachsen@zzdd.de