PALAIS.GESPRÄCHE
Wie leben wir morgen? Demokratie oder Finanzdiktatur?

Im Gespräch Ernst Wolff und Prof. Franz Hörmann

Ernst Wolff, geboren1950 in Tianjin / VR China, wuchs in Südostasien auf, ging in Deutschland zur Schule und studierte in den USA. Er arbeitete in diversen Berufen, u.a. als Dolmetscher und Drehbuchautor. Seit den politischen Umwälzungen von 1968 beschäftigt er sich vor allem mit den Themen Politik und Wirtschaft. Wegen der durch die Deregulierung herbeigeführten weltweiten Finanzialisierung konzentriert er sich seit Jahren auf den in seinen Augen wichtigsten Bereich der globalen Gesellschaft – den Finanzsektor. Wolff lebt als freier Journalist in Berlin, schreibt regelmäßig zu aktuellen Themen und hält weltweit Vorträge, die das aktuelle Tagesgeschehen vor seinen finanzpolitischen Hintergründen beleuchten. Wolff ist Autor der Bücher „Finanztsunami – wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“, erschienen in der edition e. wolff und „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg, und einer der Autoren des Buches „Fassadendemokratie und tiefer Staat“, erschienen im Promedia-Verlag, Wien.

Das globale Finanzsystem befindet sich in einer prekären Lage. Zehn Jahre nach dem Beinahe-Zusammenbruch von 2007/2008 ist keines der Probleme von damals gelöst. Im Gegenteil – das Spekulationscasino dreht sich nach wie vor, der Schuldenberg wächst weiter und die Risiken nehmen kontinuierlich zu. Ermöglicht wurde diese Entwicklung dadurch, dass die Regierungen die größten Finanzinstitute der Welt vor zehn Jahren für „too big to fail“ erklärten. Unterstützt wurden sie durch die Zentralbanken, die seit 2008 riesige Geldsummen in das System gepumpt und Kredite zu immer niedrigeren Zinssätzen vergeben haben. Ergebnis dieser nie dagewesenen Geldschwemme ist ein Konstrukt, das eigentlich ins Guinness-Buch der Rekorde gehört – das am meisten manipulierte Finanzsystem aller Zeiten. (Ernst Wolff)

 

Franz Hörmann, geboren 1960, Univ.-Prof. Mag. Dr. Seit 1983 am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien beschäftigt, 2001-2010 Gastprofessor am Institut für Wirtschaftsinformatik (Communications Engineering) der Universität Linz, seit 1997 gewerblich befugter Unternehmensberater, von 1995-2015 korrespondierendes Mitglied des Fachsenats für Datenverarbeitung der österreichischen Kammer der Wirtschaftstreuhänder und von 2001-2015 Prüfungskommissär im Rahmen der Wirtschaftsprüfer-Ausbildung der österreichischen Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Von 2001-2010 Lektor an der FHW (Fachhochschule der Wirtschaftskammer Wien). Trat mit dem Werk „Das Ende des Geldes“ im Jahr 2011 erstmals als Kritiker des verzinsten Schuldgeldes in die Öffentlichkeit, entwickelte die neue Geldform „Informationsgeld“ und bringt sie mit der OSBEEE eG als OSBEEE:Money auf den Markt. Mitbegründer des „Interdisciplinary Research Institute for Systemic Sciences“ (IRISS). Franz Hörmann ist verheiratet und Vater zweier Kinder (Tochter geb. 1996, Sohn geb. 1999).

Wo liegen denn die Unterschiede zwischen der ‚Demokratie‘ und einer ‚Finanzdiktatur‘? Sind das nicht zwei unterschiedliche Bezeichnungen, nämlich von den Systemrepräsentanten und ihren Kritikern, für ein und dieselbe Sache? (Franz Hörmann)

 

Moderation Jasmin Kosubek

Jasmin Kosubek, Jahrgang 1987, moderiert und produziert beim russischen Auslandssender RT Deutsch die Sendung „Der fehlende Part“. Das auf YouTube erscheinende Stream-Format mit Interviews, Reportagen und Kommentaren erhebt den Anspruch, zu aktuellen politischen Fragen Positionen wiederzugeben, denen in etablierten Medien wenig Raum gegeben wird. Kosubeks Gesprächspartner reichen von unbekannten Außenseitern bis hin zum deutschen Außenminister. Die Deutsch-Brasilianerin studierte International Business an der Universität Hohenheim, arbeitete bei Bosch und war lange Jahre in der Gastronomie tätig, bevor sie 2014 als politische Moderatorin bei RT Deutsch anfing. Aufgewachsen ist sie am Fuße der Schwäbischen Alb, in den Südstaaten der USA und im österreichischen Bundesland Steiermark. Ihre Eltern haben sie, wie sie sagt, „urliberal“ erzogen – nicht im parteipolitischen Sinne, sondern im Sinne einer Toleranz und Neugier verschiedensten Weltanschauungen und politischen Milieus gegenüber, die es zunächst einmal zu akzeptieren gelte.

Wir kaufen, verkaufen, verdienen und investieren. Alles dreht sich um das liebe Geld, aber wie das Geldsystem funktioniert, wissen die wenigsten. (Jasmin Kosubek)

 

Yogamatten, Decken und Liegestühle können am Kulturcounter im Park ausgeliehen werden. 


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