PALAIS.POESIE
mit Róža Domašcyna | Jörg Schieke | Lütfiye Güzel | Moritz Gause

Ein Abend mit Dichtkunst, der inzwischen kaum mehr wegzudenken ist aus dem sommerlichen Kulturkalender der Landeshauptstadt. Ein kleines Fest der Poesie im Barockgarten des Japanischen Palais. Einer der Höhepunkte des alljährlich stattfindenden, eintrittsfreien Palais-Sommers.

Palais.Poesie ist ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte Dichter dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern im Park des Japanischen Palais ihre neuesten Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Central Boom and Space mit Winterberg (electronics) und Mario Faust (Trompete und Sitar).

Auf der Open-Air-Bühne des Palais Sommers lesen in diesem Jahr:

Róža Domašcyna, geboren 1951 in Zerna bei Kamenz, hat zwei Heimatländer, zwei Sprachen: das Sorbische und das Deutsche. „Beides Sprachen sind mein Eigenes. Da ist keinerlei Fremdheit in der einen oder der anderen Sprache“, hat sie in einem Interview gesagt. Domašcyna studierte, bevor sie sich ausschließlich der Literatur zuwendete, Ingenieurökonomie des Bergbaus und von 1985 – 1989 zudem am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Zahlreiche Lyrikbände und  Übersetzungen. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Die Dörfer unter Wasser sind in deinem Kopf beredt“ (Poetenladen Verlag 2016). In diesem Jahr erhält die Autorin den Sächsischen Literaturpreis.   

 

Jörg Schieke, 1965 in Rostock geboren, arbeitete zunächst als Lektor bei der Aufbau-Verlagsgruppe und ist seit 2004 freier Hörfunk-Redakteur bei MDR-Kultur. Mehrere Gedichtbände sind von ihm erschienen, für „die rosen zitieren die adern“, 1995 im Druckhaus Galrev herausgekommen, erhielt er viel Zustimmung. Thomas Kunst lobte die „klare, karge Schönheit“ dieser Gedichte, Cornelia Jentzsch sieht in ihnen sogar  „Einladungen zu einer Bootsfahrt an einem gleißend weißen Sommertag.“ 2007 erschien von Jörg Schieke „Count down – Ein Reisegedicht“ im Mitteldeutschen Verlag und soeben das Langgedicht „Antiphonia“ im Poetenladen-Verlag. 1996 erhielt der Autor für seinen Debütband den Brentanopreis der Stadt Heidelberg.

 

Lütfiye Güzel, 1972 in Duisburg geboren, bringt seit 2014 Novellen, Gedichte und Selbstgespräche unter ihrem eigenen Label Go-Güzel-Publishing heraus. Sie leitet Poetry-Workshops an Schulen und Museen und schreibt im Vier-Wochen-Takt Essays für WDR 3. Mit Texten wie „Oh, no!“ und „hey! Anti-roman“ terrorisiert sie den grauen Alltag, melancholisch und ohne Umwege. Ihre Texte sind brutal direkt, auf Literaturagenten hat sie „keinen Bock“, sondern bringt alle ihre Bücher lieber selbst heraus. 2014 erhielt sie den Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg, 2017 den Literaturpreis Ruhr. Ihr neuestes Buch heißt „Nix Meer“ und ist soeben erschienen.   

 

Moritz Gause, 1986 in Berlin geboren, studierte in Jena Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. Seine Sehnsuchtsorte liegen im Osten: zwei Jahre lebte Moritz Gause in Bishkek, Kirgistan. Es sind seine Blicke auf Landschaften, die Menschen und ihren Alltag, auf ihm unbekannte soziale Räume, die seinen Gedichten eine große Anziehung verleihen. „Zivilisationsferne, Innigkeit, Idylle – auch ein romantischer, mitunter romantisierender Zug schwingt in dieser Lyrik mit. In Gauses Liebesgedichten ist diese Romantik für mich bar jeden Kitschs und brilliert geradezu, was man von Romantik nur noch selten sagen kann“, schreibt Rezensent Timo Brandt über die Gedichte seines Debütbandes „Meditationen hinterm Supermarkt“ (Edition Azur, 2018).

Programmpartner Literaturforum Dresden e.V. | unterstützt durch CG Gruppe

 

Yogamatten, Decken und Liegestühle können am Kulturcounter im Park ausgeliehen werden. 


Das eintrittsfreie Festival Palais Sommer wird vor allem durch die Spenden der Besucher möglich. Hilf dabei, noch mehr tolle Künstler nach Dresden zum Palais Sommer zu holen und unterstütze dein Festival: Sende eine SMS mit dem Kennwort PALAISSOMMER an die 81190 und spende ganz einfach 10 Euro. Oder nutze unser Online-Formular – vielen Dank für deine Unterstützung!