Paul Armflield

Erlebt mit Paul Armfield das besonderes Konzert  „Found“ – Vertonte Fotografien. Zart, sehnsüchtig und warm klingt die steinerweichende Stimme dieses imposanten, 2,05m großen Mannes. Paul Armfield erblickte das Licht der Welt in Birmingham und wuchs mit der Musik von Elton John, Black Sabbath und Frank Sinatra auf. Nach turbulenten Jahren in Osteuropa kehrte er auf die von ihm sehr geliebte Isle of Wight zurück, um eine Familie zu gründen und Buchhändler zu werden. Erst 2013 gab er den Beruf auf, um Vollzeit-Musiker zu sein. Der Singer-Songwriter Paul Armfield, der neben der Gitarre auch singende Säge und Kontrabass spielt, verortet sich in der Nische zwischen Folk, Kammerpop und Chanson mit Vorbildern wie Tim Hardin oder Jacques Brel sowie eigenen Vertonungen von Texten des britischen Dichters Alfred Lord Tennyson.

Paul Armfields’ sechstes Album mit dem Titel „Found“ ist eine Folge von Songs, die von einer atemberaubenden Sammlung von Fotografien inspiriert ist, die während des Konzerts an das Japanische Palais projiziert werden. Über das Projekt sagt Paul: „Die Tatsache, dass wir nichts über diejenigen anonymen Charaktere wissen, die diese Bilder bevölkern, ist fesselnd genug. Aber dadurch, dass sie alle auf irgendeine Weise von derselben deutschen Geschichte beeinflusst wurden, entstehen noch ganz andere Ebenen der Faszination. Jedes Bild erzählt unglaublich viel, aber ich habe versucht, meine eigenen Interpretationen der Bilder außen vor zu lassen. Beim Schreiben der Songs habe ich eher versucht eine musikalische Landschaft zu schaffen, um die Erfahrung beim Betrachten der Bilder zu verstärken. Sozusagen 3-minütige Rahmen in denen man über ein Bild nachdenken und staunen kann und dabei mit jedem Atemzug neuen Atem in die anonymen Leben strömen zu lassen.“

bergen

Die Lieder der Band bergen aus Dresden, die zuletzt stets von Erdmöbels ekimas produziert wurden, handeln vom scheinbar endlosen Prozess des Erwachsenwerdens, von fragilen Konstrukten, wie dem gemeinsamen Heim, Beziehung und Kleinfamilie, die gelegentlich allesamt wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. „Zeiten für Kerle“, ihr neuestes Mini-Album, ist mehr Mensch und weniger Tier, mehr schmerzhafter Realismus und weniger Absonderlichkeit als es bei bergen bisher üblich war. Mit „Die laufenden Toten“ wird sich (fast) explizit politisch mit der Pegida-Bewegung befasst, die in Dresden montags aus vielen Kehlen deutsches Liedgut erklingen lässt. „Es ist ein knackender Ton wenn dein Mitleid abreißt, wenn ein menschliches Herz aus sich selber vereist, ohne Hast“, heißt es in dem Lied, das sich in einen der Demonstranten hineinversetzt. „Frau vom Fischer“ – der vielleicht ergreifendste Song, den bergen je geschrieben haben – klingt schließlich fast wie eine alte Fabel (wenn nicht der Begriff „untersexen“ darin vorkäme). Tatsächlich ist das ein klassischer Storytelling-Song, der alle Motive des Albums miteinander verbindet, bevor er in eine Adaption von „Wie ein stolzer Adler“ (Text: Heinrich Schütz -1840, Musik: Ludwig Spohr ~1840-1859, gesungen und bearbeitet durch den Dresdner Gnadenchor) mündet und altes deutsches Liedgut wieder zurückholt auf die Seite von Zweifel, Mitgefühl und Wunderlichkeit. Man kann ihre Musik Folkpop nennen, man dürfe, so die Band, aber auch Schlager dazu sagen.

 

 

Die Musik vor und nach dem Konzert und die Wurfsendungen werden zusammengestellt von Deutschlandfunk Kultur. Mit den Wurfsendungen werden unsere Gäste jeden Abend für ein paar Minuten in die kurzweilige, unterhaltsame und skurrile Welt des Minihörspiels entführt.

Web Paul Armfield bergenProgrammpartner Sound of Bronkow

Yogamatten, Decken und Liegestühle können am Kulturcounter im Park ausgeliehen werden.