PALAIS.GESPRÄCHE
Wie leben wir morgen? Welchen Einfluss haben Klima- und Technologiewandel auf uns?

Im Gespräch Mandy Schipke (Energy Saxony), Frank Wustmann (Drewag), Ulrich Gumpert (Windstromer), Prof. Felix Ekardt, Christian von Olshausen (sunfire) und Matthias Hertel (Kiwigrid), Ulf Heinemann (Robotron) | Moderation: Dr. Markus Egermann I Live: Sammeltonium Wunderland

Bis zum Jahr 2050 wird der Einsatz kohlenstoffhaltiger Energieträger weiter reduziert worden sein und sich unsere Wirtschafts- und Lebensweise damit einem deutlichen Wandel unterzogen haben.

Mit dem Abschluss des Pariser Klimaabkommens hat sich die Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, den Anstieg der weltweiten Temperatur auf deutlich unter 2° C zu begrenzen. Die Zeit drängt, und angesichts des stetig steigenden Strombedarfs im Zuge der Digitalisierung, Nutzung der Blockchain-Technologie und dynamischen Entwicklung der Elektromobilität stehen nicht nur Wirtschaft und Politik vor großen Herausforderungen, sondern auch die Zivilgesellschaft – also jeder Einzelne. Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien erfordert einen Transformationsprozess zu einem dezentral organisierten, vernetzten Energiesystem und damit eine grundlegende Veränderung der Energiewirtschaft.

Zu den Schlüsseltechnologien für ein integriertes Energiesystem und eine CO2-neutrale Mobilität zählen digitale Lösungen zur Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität und bedarfsgerechten Steuerung der Energieflüsse. Auch Energiespeicher und hocheffiziente Power-to-X-Lösungen können Angebots- und Bedarfsschwankungen maßgeblich kompensieren und ebnen somit den Weg für die stärkere Nutzung von Sonnen-, Wind- und Bioenergie. Dabei können Gas und die Gasinfrastruktur einen enormen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Insbesondere „grüner“ Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft, der die Speicherung von überschüssigem Ökostrom in volkswirtschaftlich relevanten Mengen ermöglicht und als Kraftstoff für Brennstoffzellen genutzt werden kann.

Wie können innovative Technologien die Energiewende und Dekarbonisierung im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor beschleunigen? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen sind erforderlich, um den Einsatz marktreifer klimafreundlicher Technologien zu befördern? Und welche Technologien warten bereits auf ihren Einsatz? Dies diskutieren Experten mit dem Publikum am 13. August 2018 beim Dresdner Palais.Gespräch.

ENERGY SAXONY und der VEE Sachsen unterstützen das vordringliche Ziel der Energiewende, konventionelle Energieträger volkswirtschaftlich sinnvoll und sozial verträglich durch regenerative Energieträger zu ersetzen, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden. Durch die Bündelung vielfältiger Kompetenzen aus Industrie und Wissenschaft sollen gemeinsam innovative und sektorübergreifende Energieinfrastrukturen geschaffen werden, die eine nachhaltige, ressourcen- und klimaschonende sowie bezahlbare Energieversorgung ermöglichen.

Felix Ekardt ist seit Anfang 2009 Gründer und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin. Ferner ist er seit Anfang 2009 an der Universität Rostock (Juristische Fakultät) Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie und Mitglied des Leibniz-Wissenschaftscampus Phosphorforschung Rostock. Von Oktober 2012 bis Oktober 2015 war er zugleich Long-term Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (FIPH). Seine Forschungsschwerpunkte sind Fragen der humanwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung, konkret Fragen von Transformation und sozialen Lernprozessen, Gerechtigkeit (insbesondere Menschenrechte), Governance und Recht, also Nachhaltigkeitsrecht/ Umweltrecht und Nachhaltigkeitspolitik/ Umweltpolitik im Sinne einer Entwicklung von Politikinstrumenten auf internationaler, europäischer, nationaler und kommunaler Ebene.

Neben Grundlagenforschung und Politikberatung (näher siehe die Rubriken Publikationen und Projekte) für öffentliche und gemeinnützige Auftraggeber wie Regierungen und Stiftungen ist Felix Ekardt tätig als Mitglied verschiedener Sachverständigenkommissionen und hält jährlich 60-70 Vorträge national und international im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmen, u.a. seit 2007 beim Weltkongress der Rechts- und Sozialphilosophen (vielfach), beim Weltkongress der Nachhaltigkeitsforscher, beim Weltkongress der Rechtssoziologen, beim Weltdüngerkongress, beim Weltökosteuerkongress (mehrfach), auf Tagungen von Politologen, Ökonomen, Geographen u.a.m. Er gibt verschiedene Schriftenreihen heraus, besonders die Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung im Metropolis Verlag. Er ist regelmäßiger Autor in überregionalen Tageszeitungen (SZ, ZEIT, TAZ, gelegentlich NZZ, FR, Capital u.a.) und kontinuierlicher Gesprächspartner in Radio und TV (z.B. 3sat, SWR, MDR, BR). Gelegentlich ist er seit 2002 Gastdozent an der Universität Leipzig (Philosophische Fakultät) und seit 2008 an verschiedenen chinesischen Universitäten in Beijing und Tianjin. Felix Ekardt erhielt u.a. zwei Auszeichnungen für seine Doktorarbeit (Luther-Medaille und Lennart-Bernadotte-Preis) und war einer von fünf “Nachwuchswissenschaftlern des Jahres” des Deutschen Hochschulverbandes und der ZEIT 2007.

Felix Ekardt hat zwei Staatsexamina in Jura, einen Magister in Soziologie und Religionswissenschaft sowie einen Europarechts-Master (nach Studium 1991-2002 in Berlin, Marburg und Leipzig), ferner hat er sich mit der Habilitation für den Bereich Gerechtigkeits-/Rechtsphilosophie qualifiziert. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Aberdeen (Schottland) 1996, Rechtsreferendar in Leipzig 1997–1999 und Mitarbeiter einer umweltrechtlichen Anwaltskanzlei 1995–2003. Die Promotion erfolgte 2000 an der Universität Halle zu den ökonomischen, kulturellen, religionsgeschichtlichen usw. Ursachen der Nicht-Nachhaltigkeit, die Habilitation 2003 an der Universität Rostock zur Governance-, Transformations- und Gerechtigkeitsfragen der Nachhaltigkeit. Von Ende 2002 bis Ende 2008 war er sechs Jahre Professor für Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt deutsches, europäisches und internationales Umweltrecht an der Universität Bremen (Fachbereich Rechtswissenschaft).

Artikel 2 des Paris-Abkommens impliziert Nullemissionen weltweit in allen Sektoren (Strom, Wärme, Verkehr, Agrar, Plastik) in ein bis zwei Jahrzehnten – was neben besserer Technik auch einschneidende Verhaltensänderungen verlangt.

Frank Wustmann

  • geb. 1965
  • 1986-1991 Studium “Thermodynamik/Strömungsmechanik” an der TU Dresden
  • ab 1991 in verschiedenen Funktionen bei DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH bzw. bei deren Vorgängerunternehmen
  • seit 2000 Abteilungsleiter Unternehmensentwicklung bei DREWAG
  • seit 2013 parallel in gleicher Verantwortung auch bei ENSO Energie Sachsen Ost AG

Erforderlich sind tiefgreifende Wandlungsprozesse, die nur auf Basis eines gesamtgesellschaftlichen Konsenses zur Energiewende umsetzbar sind.

Dipl. Ing. Ulrich Gumpert

Geboren am 21.01.1962 in Karl-Marx-Stadt, in Lebensgemeinschaft, mehrfacher Vater.

Fachliches Spektrum, berufliche Einbindung

  • Seit 1993/94 befasst mit Erneuerbaren Energien; Gründung/Mitgründung mehrerer Firmen zur Projektierung, Errichtung sowie dem Betrieb von Anlagen zur Wandlung Erneuerbarer Energien – vorrangig zur Windenergienutzung; Geschäftsführung der Windstromer GmbH; etliche, erfolgreich einspeisende Projekte v. a. in Sachsen; darüber hinaus Erfahrungen im Energie-plus-Hausbau sowie Vorliebe für  Projekte zur Zusammenführung unterschiedlichster Wandlungstechnologien innerhalb der Erneuerbaren Energien

Ausbildung

  • 1968 – 1980 Grundschule; Kinder- und Jugendsportschule (Schwimmen); Erweiterte Oberschule
  • 1980 – 1984 Marinetaucher Volksmarine, Stralsund (Dänholm)
  • 1984 – 1989 Studium Schiffstechnik/Konstruktionstechnik an der Universität Rostock
  • 1989 – 1993 Assistent (flexible Montageautomatisierung, recyclinggerechte Konstruktion, höchstübersetzende Getriebe) an der Technischen Universität Chemnitz; darin 13 monatiger Studienaufenthalt (DAAD – `12 Monate ostasiatische Sprachen für Naturwissenschaftler und Ingenieure`) in Japan – Tokyo, Kawasaki

Wir Menschen sind ein merkwürdiges Völkchen. Wann und wie schaffen wir es endlich, auf uns selbst zu hören…

Live: Sammeltonium Wunderland

Was verbindet einen hochenergetisch wirbelnden Schlagzeuger und einen zeitlupenlangsamen Stahlstreicher? Die Liebe zum Vergessenen, zum Weggeworfenen und Ungesehenen, das Lauschen auf Geräusche aus dem Alltag, aus der Stadt, aus dem Staub. Es macht eine klammheimliche Freude, Musik in Klängen zu finden, die uns viel zu vertraut, zu verbraucht oder zu schräg erscheinen, um sie auf die Bühne zu bringen.

Wenn sie dann unvermutet aufeinander treffen, entspinnt sich wie von selbst der Faden einer Erzählung…

Programmpartner Energy Saxony und VEE Sachsen e.V. | unterstützt durch robotron

 

Yogamatten, Decken und Liegestühle können am Kulturcounter im Park ausgeliehen werden. 


Das eintrittsfreie Festival Palais Sommer wird vor allem durch die Spenden der Besucher möglich. Hilf dabei, noch mehr tolle Künstler nach Dresden zum Palais Sommer zu holen und unterstütze dein Festival: Sende eine SMS mit dem Kennwort PALAISSOMMER an die 81190 und spende ganz einfach 10 Euro. Oder nutze unser Online-Formular – vielen Dank für deine Unterstützung!