Datum/Zeit
03.08.2021
19:00 - 20:30

Ort
Park Japanisches Palais
Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Klassiknacht
Adoro – Das Herz Lateinamerikas in seinen Liedern

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„Adoro – Das Herz Lateinamerikas in seinen Liedern“ präsentiert ein charmantes Lied- und Musikprogramm voller Temperament, Tango und Tradition Lateinamerikas – stilecht präsentiert von dem aus Mexiko stammenden Bassbariton Manuel Betancourt Camino. Der Sänger weiß dabei mit seiner weichen, nuancenreichen Stimme Herz und Seele des Publikums zu berühren und die Zuhörer mitzunehmen auf eine beschwingt unterhaltsame Reise quer durch die Musik Lateinamerikas des 20. Jahrhunderts. Unterstützt wird er dabei von den beiden international tätigen und vielseitigen Musikern Narihito Mukeda am Klavier und Aya Matsuda auf der Violine, beide aus Japan, die ihn begleiten aber auch mit eigenen Soli in Erscheinung treten. Mit beiden verbindet ihn eine mehrjährige Zusammenarbeit.

Die Musiker kombinieren in ihrem Programm Bekanntes mit weniger Bekanntem. So werden einerseits bis heute weltweit bekannte und oft gecoverte lateinamerikanische Balladen-, Lied- und andere Musikklassiker des 20. Jahrhunderts vorgestellt, wie etwa „Quizás, quizás, quizás“ von Osvaldo Farrés, Agustín Laras berühmtes Lied „Granada“ oder verschiedene Tangos, wie etwa Astor Piazzollas „Libertango“ oder der wohl berühmteste Tango der Welt, „Por una cabeza“, den der andere Großmeister des argentinischen Tangos, Carlos Gardel, geschrieben hat.

Dazwischen finden sich andererseits im Programm immer wieder Stücke, die zwar weniger geläufig aber ebenso interessant sind und den bekannten Titeln in nichts nachstehen. Hierzu kann zum Beispiel das mexikanische Volkslied „La Llorona” („Die Wehklagende“) gezählt werden, das die insbesondere in Mexiko weit verbreitete Legende von „La Llorona“ aufgreift, bei der es sich um den Geist einer Frau handelt, die nach einer Version der Legende um ihre Kinder trauert, die sie zuvor aus Verzweiflung über ihre unglückliche Ehe eigenhändig in einem Fluss ertränkt hat, bevor sie sich selbst in die Fluten stürzt. Die Legende kam im 16. Jahrhundert in Lateinamerika auf, hat aber wohl ihre Wurzeln bereits in der Kultur vor der europäischen Besiedlung. Das Lied „La Llorona“ findet gelegentlich Verwendung während des mexikanischen “Día de Muertos“, dem Tag der Toten.

Ebenso bemerkenswert ist das Lied „Alfonsina y el mar“ von Ariel Ramírez, das dem Programm eine besondere Dimension verleiht. Es vertont das gleichnamige Gedicht von Félix Luna und betrauert den Freitod der preisgekrönten argentinischen Journalistin, Schriftstellerin und Dichterin Alfonsina Storni in den Wellen des Atlantiks im Jahr 1938. Alfonsina Storni stand bereits früh für weibliche Selbstbestimmung ein und stieß mit dieser Sichtweise im Argentinien der damaligen Zeit, zumal als ledige Mutter, auf harte Widerstände. Dieses im Sinn habend bekommen diese Zeilen aus dem Lied einen herben Unterton: „In deiner Einsamkeit gehst du hin, Alfonsina. Welch‘ neue Verse gingst du suchen? (…) Du gehst hin, wie in Träumen, Alfonsina, schlafend und vom Meer umhüllt.“ Das Konzert verspricht ein kontrastreicher Abend zu werden mit Emotionen und Tiefsinn.

Bassbariton Manuel Betancourt Camino (Mexiko)

Manuel Betancourt Camino, © Manuel Betancourt Camino

Der mexikanische Bassbariton und Plácido-Domingo-Stipendiat Manuel Betancourt Camino beherrscht als ausgebildeter Opern- und Konzertsänger ein großes und variantenreiches Repertoire, das von der Oper und den gängigen Oratorien bis zu den folkloristischen Werken Lateinamerikas reicht. Sein Publikum schätzt ihn für seine abwechslungsreichen Interpretationen sowie für seine weiche und nuancenreiche Stimme.

Manuel Betancourt Camino wuchs in San Felipe im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato auf. Von 1993 bis 1999 studierte er am Conservatorio de las Rosas in Morelia und anschließend von 1999 bis 2002 am Conservatorio Nacional de Música in Mexiko-Stadt. Seit 2002 sang er an der National-Oper in Mexiko-Stadt sowie auf mehreren größeren Festivals und Bühnen in Mexiko, bevor er im Jahr 2005 nach Europa kam und Mitglied des Internationalen Opernstudios des Opernhauses Zürich wurde. Seit 2010 arbeitet er freiberuflich und übernahm unter anderem die Rolle des Figaro in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ an der Opéra de Massy und anderen Bühnen oder zum Beispiel auch die Rolle des Marullo in der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi an der Opéra National du Rhin in Straßburg. Seit 2015 hat Manuel Betancourt Camino seinen Lebens- und Berufsmittelpunkt in Ungarn, wo er unter anderem am Nationaltheater in Pécs auftrat sowie weitere musikalische Projekte sowohl der Klassik als auch der lateinamerikanischen Musiktradition verfolgt.

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Pianist Narihito Mukeda (Japan)

Narihito Mukeda, © Kevin Consuina

Geprägt durch seine internationalen Studien und von seiner Konzerttätigkeit mit führenden Musikern sowie ausgestattet mit einem ausgeprägten Sinn für die Entwicklung interessanter Programme, präsentiert sich Narihito Mukeda als ein sehr vielseitiger Pianist mit einem immensen Repertoire. Problemlos beherrscht er virtuos und kenntnisreich weite Teile des klassischen Klavierrepertoires von Bach bis Tschaikowsky, ist aber gleichzeitig als Ensemblemusiker und Begleiter stark nachgefragt. So bescheinigen ihm seine Mitmusizierenden, auf der Bühne einen intensiven musikalischen Dialog sowohl zwischen ihm und den anderen Ausführenden als auch mit dem Publikum aufbauen zu können.

Geboren 1987 in Japan gewann Narihito Mukeda bereits in seiner Jugend verschiedene Klavierwettbewerbe, wechselte für sein Studium jedoch nach Europa, das er im Jahr 2015 an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest als Solo-Pianist abschloss. Seitdem tritt er regelmäßig in Europa und Japan auf – nicht selten gemeinsam mit renommierten Ensembles oder Künstlern, wie etwa dem Solo-Klarinettisten der Berliner Philharmoniker, Wenzel Fuchs, dem Solo-Cellisten des ebenfalls weltweit bekannten Budapest Festival Orchestra, Péter Szabó, dem ungarischen Geiger und Emmy-Award-Gewinner Vilmos Oláh oder mit dem auch in Deutschland bekannten Franz-Liszt-Kammerorchester. Narihito Mukeda ist nicht nur ein exzellenter Pianist, sondern engagiert sich auch als Mentor für junge und außerordentlich talentierte Nachwuchsmusiker. Er ist außerdem für die Agentur „Support Excellence“ tätig, die sich als Inkubator für vielversprechende Kultur- und Musikprojekte sieht.

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Geigerin Aya Matsuda (Japan)

Aya Matsuda, © Kevin Consuina

Die preisgekrönte Geigerin Aya Matsuda überzeugt die Zuhörenden durch ihr melodisches und facettenreiches Spiel. Sie erhielt ihre erste musikalische Ausbildung in ihrer Familie, da sowohl ihr Großvater als auch ihre Mutter Violine spielen. Später absolvierte sie das Tokyo College of Music bevor sie 2019 nach Budapest wechselte, um dort ihre Studien an der Franz-Liszt-Musik-Akademie fortzusetzen und dabei auch detaillierter das europäische Musik- und Konzertleben kennenzlernen. Ihr Spiel und Talent rief dabei die Aufmerksamkeit von Narihito Mukeda hervor, sodass sich daraus eine Zusammenarbeit ergeben hat.

Aya Matsuda begegnete während ihrer bisherigen Ausbildung einer Reihe von ausgewiesenen Geigen-Virtuosen. Darunter der international anerkannte Geiger Vilmos Szabadi, dessen in Finnland angesiedelten „Lohja International Master Course“ Aya Matsuda besuchte. Im Frühjahr 2021 gewann Aya Matsuda indes einen ersten Preis beim III. „Wiener Klassiker“ International Online Music Competition von Danubia Talents.

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Die Musik vor und nach dem Konzert und die Wurfsendungen werden zusammengestellt von Deutschlandfunk Kultur. Mit den Wurfsendungen wirst du jeden Abend für ein paar Minuten in die kurzweilige, unterhaltsame und skurrile Welt des Minihörspiels entführt.

Die Musik zur künstlerischen Gestaltung der Fassadenillumination des Japanischen Palais hat der Dresdner Künstler Jan Heinke eigens für unser Festival komponiert und arrangiert. Danke dafür!

Yogamatten, Decken und Liegestühle können im Park ausgeliehen werden.