Zu den aktuellen Ereignissen rund um die Nutzung des Parks am Japanischen Palais in Dresden und der Ergebnisse der Entscheidung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) erklärt der der Geschäftsführer der KFA Kultur für alle gGmbH, Jörg Polenz, als Veranstalter des Palais Sommers:  

„Mit größter Fassungslosigkeit haben wir erfahren, dass der Freistaat Sachsen uns den Park des Japanischen Palais nicht mehr für die Durchführung des Palais Sommers vermieten wird. Der für die Bewirtschaftung des Parks zuständige Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat sich für das höhere Mietgebot eines anderen Veranstalters entschieden. 

Das gesamte Palais Sommer-Team steht unter Schock. Wir fragen uns, was hier läuft und ob es wirklich gewollt ist, einem so großen und für Dresden wichtigen Festival den Boden unter den Füßen wegzuziehen? Ausgerechnet in Zeiten wie diesen erfahren zu müssen, wie wenig Wertschätzung, Respekt und kulturelles Verständnis bei den Verantwortlichen für ein so anspruchsvolles, vielseitiges und bewährtes Konzept wie den Palais Sommer besteht und zu sehen, wie egal es offenbar ist, dass die Vorbereitungsarbeiten für das Festival wenige Monate vor Veranstaltungsbeginn bereits weit fortgeschritten sind, ist hart. 

Das vom SIB in Abstimmung mit dem Staatsministerium der Finanzen gewählte Ausschreibungsverfahren hat weder qualitative Aspekte noch sonst bei öffentlichen Ausschreibungen übliche Kriterien wie Erfahrungen, Kompetenzen, Leistungsfähigkeit und Referenzen berücksichtigt. Weil Wert, Umfang und Anspruch eines Programmes keine Bewertung fanden, steht ein etabliertes, wirtschaftlich stabiles und bei Gästen und Akteuren beliebtes Kulturfestival vor dem Aus. Ebenso keine Rolle spielten gemeinnützige Aspekte oder Wechselwirkungen mit Kultur- und Bildungseinrichtungen im In- und im Ausland und dem städtischen Tourismusmarketing. Besonders interessant ist aber, dass die letzte Ausschreibung des SIB aus dem Jahr 2019 all diese Aspekte noch beinhaltete, abfragte und bewertete. Für uns stellen sich nach dieser Ausschreibung also viele Fragen, denen wir in den nächsten Tagen auf den Grund gehen werden. Da wir die Urheber des Palais Sommers und dem dahinterstehenden Veranstaltungskonzept sind, werden wir zudem kritisch auf alle Versuche schauen, unser Konzept zu kopieren.  

Der Gewinner der Ausschreibung hat seine ersten Pressemitteilung mit „Der Palais Sommer ist Geschichte“ überschrieben. Wir verstehen das als einen Angriff. Der Palais Sommer ist noch lange nicht Geschichte. Er gehört zu Dresden und zu den Menschen hier. Wir werden für seine Zukunft kämpfen. Das sind wir den Dresdnerinnen und Dresdnern, den Freundinnen, Freunden und Fans, den Kooperationen und Unterstützenden des Festivals und den vielen mit dem Palais Sommer verbundenen Themen und Projekten und letztlich auch uns selbst und unserem großartigen Team schuldig.“  

Hintergrund

Der Palais Sommer ist ein Festival für Kunst, Kultur und Bildung, das in 12 Jahren zu einem der größten Festivals Dresdens mit einer Strahlkraft weit über die sächsische Landeshauptstadt hinaus geworden ist. Veranstalter ist die KFA Kultur für alle gGmbH. Seit seiner Premiere im Jahr 2009 mit 5.000 Besucherinnen und Besuchern hat es sich zu einem Festival entwickelt, das alljährlich bis zu 100.000 Menschen eintrittsfrei und mit einer außerordentlich großen Programmvielfalt in seinen Bann zieht. In der Corona-Pandemie war der Palais Sommer deutschlandweit das erste Festival, das wieder stattfand. Rund 180 eintrittsfreie Veranstaltungen finden in jeder Saison im Park des Japanischen Palais statt. 300 Künstlerinnen und Künstler engagieren sich jährlich im Programm und erhalten faire Honorare. Besonders populär sind Veranstaltungen wie die Konzerte im Park, Malerei im Park, Palais.Kino und Palais.Literatur, Yoga im Park, die Klaviernächte und die Ballettnacht sowie die Fama Skulptura und Kunstausstellungen.   

Der Palais Sommer basiert auf einem gemeinnützigen, dem Gemeinwohl verpflichteten Prinzip und lebt von bürgerschaftlichem Engagement. Er finanziert sich mit Ausnahme einiger Corona-Hilfen ausschließlich aus privaten Mitteln. Die Dresdnerinnen und Dresdner spenden jährlich rund 300.000 Euro für das Programm. Der Freundeskreis ist in nur drei Jahren auf mehr als 1.100 Mitglieder angewachsen. Über 60 Unternehmen unterstützen den Palais Sommer regelmäßig. Kooperationen bestehen mit mehr als 100 Unternehmen und Institutionen. Zudem bietet der Palais Sommer vielen gesellschaftlichen Anliegen eine Plattform und ist Partner zahlreicher inklusiver und nachhaltiger Projekte. 

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